COVID-19: Warum ALLE einen Mundschutz tragen sollten

Zuletzt aktua­li­siert am 17. Okto­ber 2025 durch Jür­gen Voskuhl

Noch vor eini­gen Wochen haben Regie­run­gen (auch die deut­sche) das Tra­gen eines Mund­schut­zes als "nicht not­wen­dig" proklamiert.
In die­sem Bei­trag erläu­te­re ich, war­um das Tra­gen eines Mund­schutz aus mei­ner Sicht den­noch sinn­voll ist.

Mundschutz

Es gibt offen­sicht­lich einen Per­so­nen­kreis, der UNBEDINGT einen Mund­schutz oder sogar Atem­schutz­mas­ken benö­tigt. Hier­zu gehö­ren Ärz­te, Pfle­ge­per­so­nal, Ret­tungs­sa­ni­tä­ter und so weiter.
Ver­mut­lich um die weni­gen gegen Ende Janu­ar noch ver­füg­ba­ren Res­sour­cen die­sem Per­so­nen­kreis zur Ver­fü­gung stel­len zu kön­nen, hat Gesund­heits­mi­nis­ter Spahn zu die­sem Zeit­punkt noch behaup­tet, dass ein Mund­schutz nicht not­wen­dig sei.

Inzwi­schen hat Tsche­chi­en bereits eine Mund­schutz-Pflicht für alle in der Öffent­lich­keit ein­ge­führt, Öster­reich denkt aktu­ell dar­über nach. Auch ich habe in der letz­ten Woche damit begonnen.

Warum ist das sinnvoll?

Zusam­men­ge­fasst spre­chen fol­gen­de Argu­men­te dafür:

  1. Ein Mund­schutz redu­ziert die Wahr­schein­lich­keit, dass Ihr ande­re infiziert
  2. Ein Mund­schutz ver­hin­dert, dass Ihr die eige­ne Nase oder den Mund berührt
  3. Falls Ihr Euch selbst über das Ein­at­men von Viren infi­ziert, wird die Infek­ti­ons­do­sis durch das Tra­gen eines Mund­schut­zes reduziert

Nach­fol­gend die Hin­ter­grün­de dazu.

Zeigt Respekt gegenüber anderen

Das Coro­na­vi­rus SARS-CoV‑2 ver­brei­tet sich bekann­ter­ma­ßen vor allem per Tröpf­chen­in­fek­ti­on, aber auch per Kon­takt­in­fek­ti­on (Schmier­in­fek­ti­on) und über Aero­so­le (in der Luft schwe­ben­de Viren, die ein­ge­at­met werden).

Im Rah­men einer aktu­el­len Stu­die der Colum­bia Uni­ver­si­tät wur­den Infek­tio­nen in Wuhan unter­sucht. Laut der Stu­die ist bei 86% der Infi­zier­ten die Infek­ti­on mit SARS-CoV‑2 undo­ku­men­tiert, d.h. die­se haben kei­ne oder nur sehr mil­de Sym­pto­me, die vom Betref­fen­den nicht bemerkt, bzw. beach­tet wer­den. Den­noch sind die­se Infi­zier­ten natür­lich ansteckend.
In Chi­na wur­den 79% der Infek­tio­nen (also 6 von 7 Infek­tio­nen) durch die­sen Per­so­nen­kreis verursacht!

Auch in der ital. Stadt Vò ergab eine Unter­su­chung aller 3.300 Ein­woh­ner, das 60% der Infi­zier­ten kei­ne Sym­pto­me zeigten.

Eine ande­re Stu­die, durch­ge­führt am Mas­sa­chu­setts Insti­tu­te of Tech­no­lo­gy , hat erge­ben, dass die Tröpf­chen­wol­ke, die beim Hus­ten oder Nie­sen ent­steht, einen Durch­mes­ser von 7–8 m haben kann. Die­se kleins­ten Tröpf­chen kön­nen sich für meh­re­re Stun­den in der Luft hal­ten und wer­den zus. durch Kli­ma- & Lüf­tungs­an­la­gen im gesam­ten Ver­sor­gungs­be­reich d. Anla­ge verteilt.

Durch das Tra­gen einer Atem­schutz­mas­ke redu­ziert Ihr die Wahr­schein­lich­keit, dass Ihr beim Spre­chen, Hus­ten oder Nie­sen ande­re unge­wollt infi­ziert, falls Ihr selbst infi­ziert seid und das mög­li­cher­wei­se nicht mal wisst.

So vermeidest Du eine Kontaktinfektion

Bei einer Kon­takt­in­fek­ti­on (auch als Schmier­in­fek­ti­on bezeich­net) wer­den Viren über eine Ket­te von Berüh­run­gen wei­ter­ge­reicht. Ihr könnt Euch z. B. infi­zie­ren, wenn Ihr einem Infi­zier­ten die Hand gebt (aus die­sem Grund soll man auf direk­te Berüh­run­gen wie z. B. das Hän­de­schüt­teln verzichten).
Eine Kon­takt­in­fek­ti­on funk­tio­niert aber auch über Gegen­stän­de, die von mehreren/​vielen Per­so­nen genutzt wer­den. Bei­spie­le hier­für sind:

  • Tür­grif­fe
  • Schal­ter und Druck­knöp­fe (z. B. in Aufzügen)
  • Ein­kaufs­wa­gen

Durch Berüh­ren über­trägt ein Infi­zier­ter Viren auf einen sol­chen Gegen­stand. Wenn Ihr die­sen Gegen­stand anschlie­ßend berührt und Euch danach an die Schleim­häu­te (Nase, Mund) fasst, habt Ihr Euch dadurch mög­li­cher­wei­se angesteckt.
Aber wie lan­ge blei­ben Viren vom Typ SARS-CoV‑2 auf Ober­flä­chen aktiv? Kurz gesagt wis­sen wir es nicht genau.
In einer Stu­die wur­de jedoch SARS-CoV‑2 auf Kunst­stof­fen und rost­frei­em Stahl auch noch nach 72, bzw. 48 Stun­den nachgewiesen.

Aus dem beschrie­be­nen Ablauf ergibt sich, war­um häu­fi­ges Hän­de­wa­schen so wich­tig ist (Hand­schu­he schüt­zen hier offen­sicht­lich nicht!).
Nun kann man sich natür­lich nicht nach jeder Auf­zugs­fahrt die Hän­de waschen. Und ein Ein­kauf im Super­markt kann auch mal eine hal­be Stun­de oder län­ger dauern.
Wäh­rend die­ser Zeit ist die Gefahr groß, dass man sich selbst an Mund oder Nase berührt – ob nun bewusst oder unbe­wusst. Eine Mas­ke ver­hin­dert genau die­se Berührungen!

Das reduzieren der Infektionsdosis könnte wichtig sein

Eine Stu­die im Zusam­men­hang mit Influ­en­za-Viren hat erge­ben, dass sich die Schwe­re der Erkran­kung pro­por­tio­nal zur ver­ab­reich­ten "Infek­ti­ons­do­sis", also der Anzahl der im Rah­men der Infi­zie­rung auf­ge­nom­me­nen Viren, verhält.

Bezüg­lich SARS-CoV‑2, bzw. der Erkran­kung COVID-19 wis­sen wir aktu­ell nicht, ob hier eben­falls ein sol­cher Zusam­men­hang besteht. Es lässt sich jedoch Fol­gen­des fest­stel­len: Wenn die Infek­ti­ons­do­sis nicht mit der Schwe­re der Krank­heits­sym­pto­me kor­re­lie­ren wür­de, wür­de sich COVID-19 als anders als Influ­en­za, MERS und SARS verhalten.
Eine Atem­schutz­mas­ke (egal ob pro­fes­sio­nell oder selbst­ge­macht!) redu­ziert in jedem Fall die ein­ge­at­me­te Infektionsdosis.

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