Leasingangebote müssen nicht kostenlos sein!

Zuletzt aktua­li­siert am 17. Okto­ber 2025 durch Jür­gen Voskuhl

Ich pla­ne die Anschaf­fung eines Fir­men­wa­gens auf Lea­sing­ba­sis. Die­se Tat­sa­che allein wäre nicht erwäh­nens­wert. Aber ich habe gera­de ein ganz beson­de­res Lea­sing­an­ge­bot erhalten…

Business as Usual

Ges­tern habe ich das Auto­haus mei­nes Ver­trau­ens besucht. Ich hat­te ein ange­neh­mes und kurz­wei­li­ges Gespräch mit der kom­pe­ten­ten und sehr sym­pa­thi­schen Ver­kaufs­be­ra­te­rin (wer sich im LK Offen­bach für ein Fahr­zeug des PSA-Kon­zerns inter­es­siert: die Kon­takt­da­ten gibt's auf Anfra­ge). Am Ende habe ich das Auto­haus zufrie­den mit einem kon­kre­ten Ange­bot für einen Neu­wa­gen in der Hand ver­las­sen, ein­schließ­lich einem Leasingangebot.

Wie­der im Büro ange­kom­men, habe ich ein wenig recher­chiert, und zwar nach alter­na­ti­ven Lea­sing­ge­bern. Dabei bin ich auf das Por­tal lea​sing​.de gesto­ßen, über das man Lea­sing­an­ge­bo­te ein­ho­len kann. Also habe ich gleich mal eine Anfra­ge bei ver­schie­de­nen Lea­sing­an­bie­tern gestartet.

Auto Leasing

Surpise, surpise!

Lea​sing​.de wirbt damit, "auf den Bereich Auto Lea­sing spe­zia­li­siert" zu sein. Ent­spre­chend wer­den nach der Aus­wahl Geschäfts­lea­sing auch die dafür übli­cher­wei­se rele­van­ten Daten wie zum Bei­spiel die jähr­li­che Fahr­leis­tung abgefragt.

Inzwi­schen sind die meis­ten Ange­bo­te ein­ge­trof­fen. Über­ra­schend fand ich, das mir aus­nahms­los alle Anbie­ter einen Rest­wert­ver­trag ange­bo­ten haben. Was soll das?

Zur Erin­ne­rung: Bei einem Rest­wert­ver­trag ver­bleibt das wirt­schaft­li­che Risi­ko am Ende der Lauf­zeit (tat­säch­li­cher Ver­kaufs­er­lös gegen­über ver­trag­lich ver­ein­bar­tem Rest­wert) beim Lea­sing­neh­mer (also bei mei­nem Unternehmen).
Im Gegen­satz dazu steht der (gebräuch­li­che­re) Kilo­me­ter-Lea­sing­ver­trag, bei dem eine bestimm­te Fahr­leis­tung wäh­rend der Lauf­zeit ver­ein­bart wird. Der Lea­sing­neh­mer zahlt hier am Ende ledig­lich für außer­ge­wöhn­li­che Schä­den am Fahr­zeug und gege­be­nen­falls gefah­re­ne Mehr-Kilometer.

Es mag ja sein, das lea​sing​.de auf Auto-Lea­sing spe­zia­li­siert ist. Die Anbie­ter dahin­ter sind es jeden­falls nicht.

Vor die­sem Hin­ter­grund stellt sich mir die Fra­ge, war­um eine Kapi­tal­ge­sell­schaft einen Rest­wert­ver­trag abschlie­ßen soll­te? Dafür besteht im Nor­mal­fall über­haupt kei­ne Ver­an­las­sung! War­um wer­den mir also aus­schließ­lich Rest­wert­ver­trä­ge ange­bo­ten? Da könn­te ich auch gleich mei­ne Haus­bank fragen!

Auf Nach­fra­ge erhält man übri­gens die freund­li­che Mit­tei­lung: "Lei­der kön­nen wir Ihnen kei­ne Lea­sing­ver­trä­ge auf Kilo­me­ter­ba­sis anbie­ten". Tol­le Wurst, da hät­tet Ihr mich auch gar nicht erst mit Euren Ange­bo­ten beläs­ti­gen brauchen!

Dreist, dreister, LeaseForce!

Dem Vogel der ein­ge­gan­ge­nen Ange­bo­te schießt aus mei­ner Sicht aber die Leas­e­Force AG ab, wes­halb das Unter­neh­men an die­ser Stel­le auf kei­nen Fall uner­wähnt blei­ben soll. In deren Ange­bot ist näm­lich fol­gen­der Satz zu lesen:
"Eine Bear­bei­tungs­ge­bühr wird nach Rück­spra­che mit der Geschäfts­lei­tung für Sie nicht erhoben." 

Ja, geht's noch?

Bear­bei­tungs­ge­bühr? Für wel­che Leis­tung genau??? Ich habe doch ledig­lich gefragt, was das Pro­dukt kos­tet, wel­ches die Leas­e­Force AG ver­treibt (näm­lich die Finan­zie­rung eines Firmen-Kfz)!?
Muss ich jetzt damit rech­nen, das Ama­zon mir zukünf­tig für jeden Klick auf eine Shop-Sei­te 10 Cent berech­net? Muss ich bald bei H&M, C&A oder beim Media­Markt Ein­tritt zah­len? Ein­fach nur dafür, damit ich mir die Waren und deren Prei­se anschau­en darf?

Um etwa­ige Miss­ver­ständ­nis­se zu ver­mei­den: Ich kann pro­blem­los nach­voll­zie­hen, das ein Kos­ten­vor­anschlag Geld kos­ten kann. Wenn zum Bei­spiel der Kun­den­dienst­tech­ni­ker sich zunächst mal einen Über­blick ver­schafft, was genau an mei­ner Kaf­fee­ma­schi­ne kaputt ist. Damit hat er eine Leis­tung erbracht, näm­lich das defek­te Gerät auf­ge­schraubt und untersucht.
Nicht nach­voll­zie­hen kann ich dage­gen, wel­che Leis­tung bei der Erstel­lung eines Lea­sing­an­ge­bots erbracht wur­de!? Inso­fern betrach­te ich das groß­zü­gi­ge "Geschenk" (Erlass der Bear­bei­tungs­ge­bühr), das mir Leas­e­Force macht, auch nicht wirk­lich als solches!

Gut meint ist nicht gut gemacht

Ich bin seit vie­len Jah­ren im B2B-/Con­tent-Mar­ke­ting tätig. Das Prin­zip "Give to get" (ich schen­ke einem Inter­es­sen­ten etwas; die­ser fühlt sich anschlie­ßend zu einem Gegen­ge­schenk ver­pflich­tet) ist mir daher durch­aus geläu­fig. Ange­fan­gen in der Metz­ge­rei, wo der Juni­or kos­ten­los eine Schei­be Wurst erhält – und ich im Anschluss auch mit "etwas mehr" ein­ver­stan­den bin (zuge­ge­ben, ich bin da ver­mut­lich nicht reprä­sen­ta­tiv: ich bin beim Metz­ger immer mit "etwas mehr" ein­ver­stan­den). Auch ein White­pa­per mit nütz­li­chen, wer­ti­gen Infor­ma­tio­nen ver­fehlt meist nicht sei­nen Zweck (für Inter­es­sier­te: Susan­ne Eberl erklärt das im ers­ten Teil ihres Bei­trags sehr schön). Aber ein Angebot???

Lie­be Leas­e­Force AG, anschei­nend seid Ihr bemüht, Eure Ange­bo­te als wer­ti­ges Geschenk an den Anfra­gen­den dar­zu­stel­len. Zumin­dest bei mir ist die­ser Schuss gründ­lich nach hin­ten losgegangen!

Aber Kopf hoch: Immer­hin hat der zitier­te Satz zu die­sem Bei­trag geführt. Der bringt sicher den einen oder ande­ren Leser die­ses Blogs zum Schmun­zeln. Indi­rekt habt Ihr also doch etwas Wer­ti­ges ver­schenkt: Ihr habt näm­lich ein Lächeln in die Gesich­ter unse­rer Leser gezaubert!

Dafür möchten wir uns bei Euch bedanken!

Bedan­ken kann man sich natür­lich auch mit einem klei­nen Geschenk. Hier kommt also mein Geschenk an Euch (nein, ihr müsst Euch dafür nicht revan­chie­ren; wirk­lich nicht!), und zwar in Form einer kos­ten­lo­sen Bera­tung: Ich emp­feh­le Euch drin­gend, über die zitier­te For­mu­lie­rung in Euren Ange­bo­ten nach­zu­den­ken! Viel­leicht sucht Ihr Euch auch einen neu­en Mar­ke­ting­be­ra­ter, der das The­ma Ver­kaufs­psy­cho­lo­gie bes­ser beherrscht. Viel­leicht braucht es auch nur einen ande­ren Wer­be­tex­ter? Einen, der für die Auf­ga­ben­stel­lung ein­fach eine bes­se­re Lösung findet.

Für Rück­fra­gen … ;-)

 

Wenn Ihnen die­ser Bei­trag gefal­len hat, dann tei­len Sie ihn doch ein­fach mit Ihren Freun­den und Bekann­ten! Genau dafür sind die Tei­len-But­tons näm­lich da.

Haben Sie auch schon mal ein frag­wür­di­ges "Geschenk" erhal­ten? Oder ein unge­wöhn­li­ches Ange­bot? Dann schil­dern Sie Ihr Erleb­nis doch ein­fach: hin­ter­las­sen Sie uns einen Kommentar!